13.07.2017

Wir besteigen den höchsten Berg Norddeutschlands

....und folgen den Spuren des Dichters Heinrich Heine. Die erste Etappe unserer "Mission" führte uns nun auf den Brocken.


Auf dem Weg zum gaaaaanz großen Ziel, dem "Kilimandscharo" stand nun der erste Anstieg vor uns: Auf zum Brocken. Die landschaftlich sehr schöne, aber für den einen oder anderen körperlich reizvolle Strecke führte uns u.a. durch das wundervolle Ilsetal. Insgesamt lagen 850 Höhenmeter vor uns, die Hälfte davon allein auf den letzten drei Kilometern. Aufgrund von Terminverschiebungen und anderen Unwegbarkeiten fanden sich leider nur 11 ambitionierte Wanderer, um sich auf den Weg zu machen, der einst von Heinrich Heine im Jahre 1824 bei seinem Abstieg vom Brocken nach Ilsenburg gegangen wurde. Ihm zu Ehren erhielt der Weg auch den Namen "Heinrich-Heine-Wanderweg".

Der 12 km lange Fußweg zum Brocken gilt als der romantischste Aufstieg inmitten einer einmaligen Natur. Unsere Wanderung begann am Wanderparkplatz Ilsetal - ausgerüstet mit ordentlich Proviant und Wanderblut ging es los. Bereits auf den ersten Kilometern erlebte man die Natur, das dahinfließende Wasser der Ilse, zahllose Felsen. Nach ca. 3,5 Kilometern erreichten wir die Unteren Ilsefälle, und im Weiteren die Oberen Islefälle, welche uns einige Zeit begleiteten. Schon bald stand uns dann das Heinrich-Heine-Denkmal gegenüber - immer wieder wird einem bewusst gemacht, dass der Dichter diesen Weg gegangen ist: An verschiedenen Stellen entdeckten wir Zitate von ihm - neben sportlicher Ertüchtigung also auch etwas Kultur :)

Das Wetter war perfekt zum Wandern und erlaubte zahlreiche, herrliche Aussichten auf die Harzberge. Oberhalb der Ilsefälle lichtete sich dann der Wald und der Brocken war erstmals deutlich zu erkennen - so nah und doch so fern :) Auf einer Höhe von 530 Meter ü NN erreichten wir für eine erste Rast die "Bremer Hütte" - von dort waren es dann nur noch 6000 Meter bis zum "Gipfel". Und der härteste Teil sollte uns noch bevor stehen. Aber bis dahin konnten alle Beteiligten gut mithalten, man konnte gut die Natur genießen und wahrnehmen. Bei der Hermannsklippe nach insgesamt ca. 7,5 Kilometern bot sich dann ein weiterer spektakulärer Ausblick auf das nördliche Harzvorland - wunderschön! Durchatmen...

Dann ging es ans Eingemachte. Kurz nach der Hermannsklippe stand ein steiler, mit Betonplatten bedeckter Weg zum Gipfel bevor. (Einst als Kolonnenweg für die DDR-Grenztruppen angelegt, forderte er letzte Kräfte.) Zwar waren es dann nur noch 3 Kilometer bis zum höchsten Punkt, allerdings sind auf diesem Weg fast 400 Höhenmeter zu bewältigen - durchschnittlich 14 % Steigung. Mit den Bismarckklippen erreichten wir eines der Highlights unserer Tour - ein herrlicher Panoramablick auf den Oberharz eröffnete sich uns! Hier war auch Gelegenheit auf die wenigen zu warten, die sich "etwas zurück haben fallen lassen". :) Nach kurzem Verschnaufen ging es weiter, zur Schlussetappe. Den Brockgipfel direkt vor Augen ging es auf die letzten 1500 Meter, über das Gleis der Brockenbahn hinweg, hinauf zum Gipfel mit 1141 Meter ü. NN.

Es war geschafft. Alle Mitstreiter waren unversehrt, aber sichtlich vom Anstieg gezeichnet, oben angekommen. Nun war es Zeit für eine ausgiebige Rast, Gruppenbilder und vor allem für das Erholen vor dem Abstieg. Diesen traten wir dann etwas dezimiert an - zwei geschaffte Wanderer bevorzugten die Bahn, um wieder ins Tal zu kommen. Der Rest meisterte auch die Rücktour bravourös :)

Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten für Ihren Einsatz, für das Erleben des gezeigten Teamgeistes und gratulieren allen, die die erste Etappe unseres großen Ziels gemeistert haben. Die nächsten Herausforderungen stehen bereits vor der Tür. Am 14. September geht es in Richtung Garmisch-Partenkirchen, um am 15. und 16.9.17 dann die Besteigung der Zugspitze in Angriff zu nehmen. Bis dahin werden wir jeder noch einige Trainingseinheiten einlegen müssen! Dazu aber demnächst mehr......

Und hier noch zu guter Letzt ein bisschen "Insider-Wissen" zum Brocken:
Laut Dr. Friedrich Dennert kann der Name Brocken wahrscheinlich vom Begriff "Bruch" abgeleitet werden. Bruch bedeutet so viel wie "Moor" oder "vermoortes Gelände" - für einen großen Teil trifft dieses auf den Brocken zu. Diese Ableitung wird zwar auch kritisch gesehen, und es gibt zahlreiche andere Theorien, es ist aber die Naheliegendste.