01.11.2017

Einweihung des Kunstwerks DAS VIERTEL von Kazuo Katase

Eine Licht-Skulptur von Kazuo Katase für das Schillerviertel in Kassel. Sie ist auf dem Dach des Walter Gropius Hauses der Studentenwohnanlage Studieren am Schillertor positioniert.


DAS VIERTEL, 2017

Das Kunstwerk wurde am 1. November 2017 von Dagmar und Matthias Krieger gemeinsam mit dem Künstler und den Sponsoren feierlich eingeweiht.

HIER finden Sie Impressionen der feierlichen Einweihung

„Das menschliche Zeiterleben setzt sich aus dem Vergangenen, aus dem gegenwärtigen Denken und dem Handeln, aus der Planung, wie aus der Entscheidung und der Erwartung für die Zukunft zusammen. DAS VIERTEL und sein dafür ausgewählter Standort könnte zu einem kulturellen Wegweiser für die zukünftige Entfaltung des Schillerviertels werden.“ Kazuo Katase, Mai 2016

Kassels Schillerviertel erlebt einen Wandel. Eine Aufbruchsstimmung ist spürbar. Geografisch wird das Viertel von der Wolfhager Straße, der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße, Grüner Weg und der Reuterstraße eingegrenzt. Mit dem Kunstwerk wurde eine künstlerische Zeichensetzung geschaffen, die wegweisend für die Entfaltung und die Veränderung dieses „neuen Schillerviertels“ steht. Ein Augenmerk das auf eine Öffnung dem Neuen gegenüber, dem Unbekannten, dem Fremden, wie auch auf das zukünftige Wollen und das Werden dieses Viertels gerichtet ist.

Das Kunstwerk bildet eine Symbiose von Kunst und Architektur. Es ist als ein minimalistischer weißer Körper konzipiert. Seine geometrische Form ergibt sich aus dem zu einem Viertel gefalteten Halbkreis, der sich wieder öffnet. Der weiße Körper ist aus Stahl (5 x 5 x 2 m) mit einer quadratischen Flächenperforierung gefertigt. Unterhalb des Milchglasbodens ist eine blaue LED-Ausleuchtung installiert. Es ist aus der Nähe und der Ferne sichtbar. Am Tag ist es wahrnehmbar im hellen, nuancierten Licht-und Schattenspiel des Sonnenlichts, in der Dämmerung und während der Nacht durch seine blaue, nuancierte Ausleuchtung.

Für Matthias Krieger, den Initiator und Bauherr, bildet das Projekt „Studieren am Schillertor und das Kunstwerk DAS VIERTEL“ eine Einheit. Es ist für ihn ein Signal für eine weitere positive Entwicklung des gesamten Quartiers und der Region.

Unter der Federführung der Dagmar + Matthias Krieger Stiftung wurde das Projekt „ein Kunstwerk für das Schillerviertel“ im Februar 2016 ins Leben gerufen. Ein Anliegen war, dass in Kassel ansässige Unternehmen die technische Umsetzung des Kunstwerks ausführen. Es sollte ein gemeinschaftliches Wirken für das Schillerviertel zum Tragen kommen. Im März 2016 wurde Kazuo Katase für einen Entwurf gewonnen. Auf dem Weg der Entwicklung und Planung war es Matthias Krieger möglich weitere Förderer für das Projekt zu begeistern. Ihre Unterstützung hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass das Kunstwerk realisiert werden konnte. Als Förderer und Sponsoren sind zu nennen: Heika und Claus-Peter Hartmann Geschäftsführer der Lamparter GmbH & Co. KG, Magda und Wolfgang Bode, Brigitte und Dr. Hans-Jürgen Jacobsen, die Kasseler Sparkasse, Thomas Fritz Geschäftsführer der Firma Erika Reklame GmbH und die Dagmar + Matthias Krieger Stiftung.

Zum Künstler: Kazuo Katase wurde 1947 in Shizuoka, Japan geboren. Seit 1976 lebt und arbeitet er in Kassel. 1992 war er Teilnehmer der documenta 9. Seine Werke werden national wie international ausgestellt. Er schafft dichte Ensembles aus Skulptur, Licht, Fotografie und Malerei, die für Museen und ebenso für den öffentlichen Raum entworfen werden. Im März 2017 erhielt er für seine Verdienste um seine Wahlheimat Kassel die Goldene Ehrennadel der Stadt. Der damalige Oberbürgermeister Bertram Hilgen würdigte damit das Lebenswerk des Künstlers. Viele Kasseler Bürger kennen seinen BLUE DANCER über der Fulda und sein Werk SCHÖPFUNG im Atrium der Diakonie-Kliniken. DAS VIERTEL steht in einer gewissen Weise in Beziehung zu Katases Licht-Installation dem BLUE DANCER von 2003. Eine über der Fulda balancierende blaue Licht-Stab-Installation. Ein künstlerischer Brückenschlag über die Jahrhunderte zwischen Kassels ältestem und neuestem Bezirk. Er verbindet den Bereich der Alten Brüderkirche mit der im 2. Weltkrieg zerstörten und als „kritische Rekonstruktion“ wieder neu erbauten Unterneustadt.

DAS VIERTEL fügt sich einer Reihe der Auseinandersetzung mit minimalistischen, weißen Körpern mit einer perforierten Struktur und Licht an. 2004 Die Lichtgestalt“ für die Cité internationale in Lyon; 2008 Der Entwurf für den Kurt-Blaum-Platz in Hanau; 2010 Das Lichtfossil für den Stadteingang Essenerstrasse in Bottrop und 2012 Die helle Kammer für den Bürgerpark auf dem Rohrmeisterei Plateau in Schwerte.

Zum Studentenwohnheim: Der Gebäudekomplex von vier Häusern ist den Bauhaus-Architekten Henry van de Velde, Walter Gropius, Le Corbusier und Mies van der Rohe gewidmet. Er wurde im Mai 2016 eingeweiht.

Stetig wachsende Studentenzahlen in Kassel erfordern zunehmend bezahlbare Wohnungen und Appartements. Die Nachfrage steigt seit Jahren, aber das Angebot kann damit nicht Schritt halten. In der Sickingenstraße 35 bis 39 wurde 2016 auf einer Wohnfläche von ca. 2.905 m² ein Studentenwohnkomplex in Niedrigenergiebauweise fertiggestellt. Die insgesamt 33 Wohnungen bieten über 100 Studierenden Platz und optimale Bedingungen. Ein weiteres fünftes Haus mit ca. 60 Plätzen ist bereits in Planung und wird in 2018 in der Wolfhager Straße errichtet. Umfassende Informationen zum Objekt, zur Vermietung und zum Verkauf sind zu finden unter: www.studentenwohnung-kassel.de